Premium-Beschriftung mit schnellem ROI
Visitenkarte des Schaltschranks
Eine kontrastreiche, gut lesbare Beschriftung der Drähte ist die Visitenkarte jedes Schaltschranks. Um diese Kundenanforderung zu erfüllen, sind zahlreiche Beschriftungssysteme mit Papierstreifen und Clips oder bedruckbaren Schläuchen am Markt erhältlich, deren Anwendung allerdings Nachteile bergen. Der Beitrag stellt eine effiziente, automatisierte Alternative vor.
Bandagierter Drahtsatz mit Markierschläuchen, hergestellt auf einer Komax Zeta 630 – Bild: Komax AG

Der Nachteil der oben genannten Systeme ist, dass sie viel Handarbeit erfordern: Die Beschriftungen müssen von einer Liste auf den Drucker übertragen oder sogar dort eingegeben werden, die bedruckten Teile müssen sortiert werden und schließlich muss zu jedem Schild der passende Draht gefunden werden, auf den das Schild oder der Schlauch aufgebracht wird. Nicht erstaunlich, dass es dabei zu Fehlern kommen kann, die unter hohem Aufwand beseitigt werden müssen. Alles in allem ein sehr zeitaufwändiger und kostenintensiver Prozess. Die Drahtbedruckung mit Tintenstrahl-Druckern vermeidet diesen Aufwand. Der Beschriftungstext wird in der Drahtverarbeitungsmaschine angelegt und automatisch an den Drucker übertragen, sodass er auf dem richtigen Draht an der richtigen Position gedruckt wird. Ein ausreichender Kontrast auf unterschiedlichen Drahtfarben wird durch zwei Drucker mit schwarzer und weißer Tinte erreicht. Das Verfahren ist schnell und kosteneffizient, aber es bietet nicht den selben Premium-Eindruck mit hohem Kontrast, Ausrichtung der Schrift zur Schaltschrankfront und guter Lesbarkeit auch bei nicht idealen Lichtverhältnissen.

Automatische Leitungsbeschriftung

Bild 2 | Auslegeordnung zur manuellen Beschriftung mit Markierschläuchen
Auslegeordnung zur manuellen Beschriftung mit Markierschläuchen – Bild: Komax AG

Jetzt gibt es eine Alternative, die nicht nur automatisiert und effizient ist, sondern auch die Anforderungen an gute Lesbarkeit erfüllt: Kabelverarbeitungsmaschinen mit automatischer Drahtbeschriftung mit Schlauchbedruckungsmodul. Der Markierschlauch wird automatisch bedruckt und auf das Drahtende aufgeschoben. Nach dem Verdrahten kann die Beschriftung auf den Blickwinkel ausgerichtet werden. Wenn Schrumpfschläuche verwendet werden, können diese in der gewünschten Position geschrumpft und fixiert werden. Der Kontrast ist unabhängig von der Drahtfarbe. Möglich wird dies durch das Schlauchbeschriftungsmodul M1650 Tube der Firma Komax, das in Verbindung mit den Maschinen Zeta 630, 640 und 650 automatisch beschriftete Drahtsätze für Schaltschränke herstellen kann. In zwei Sekunden wir der Markierschlauch mit einem industriellen Thermotransferdrucker ein- oder zweizeilig bedruckt, auf Länge geschnitten (10-35 mm) und bestückt. Die Auflösung von 300 dpi und der hohe Kontrast stellen eine gute Lesbarkeit sicher. Markierschläuche können für Drähte von 0.5 – 6 mm² Querschnitt verwendet werden.

Vorteile und ROI einer automatisierten Drahtfertigung

Der Draht wird automatisiert in folgenden Schritten gefertigt: Abwickeln der Drähte und schneiden auf Länge, Abisolieren, Bestücken der bedruckten Markierschläuche, Crimpen von Aderendhülsen oder Kontakten und auf Wunsch Bündeln der Leitungssätze mit Papierband. Die Sequenzfertigung macht es möglich, die Drähte in montageoptimierter Reihenfolge an die Montageplätze der Schaltschränke zu liefern. Wie viel Zeit kann in der Praxis tatsächlich eingespart werden? Die viel zitierte, 2017 durchgeführte Studie Schaltschrankbau 4.0 der Universität Stuttgart hat dies an einem Besipiel mit 500 Drähten und 300 Schemaseiten untersucht. Die durchschnittliche Zeit zur manuellen Fertigung eines beschrifteten Drahtes wurde mit 157 Sekunden ermittelt. Davon benötigt die Beschriftung alleine ungefähr 60 Sekunden. Dem gegenüber stehen bei einer automatisierten Fertigung, wo die Schneid- und Verbindungsliste auf einem ECAD System erfasst und an die Drahtverarbeitungsmaschine übertragen werden, deutlich kürzere Zeiten: Im Vergleich zu einer manuellen Drahtvorbereitung zahlt sich die Investition in eine digitale, automatisierte Drahtvorfertigung bei ausreichender Auslastung sehr schnell aus. Berechnungsbeispiele zeigen, dass dies bei ca. 150.000 Drähten pro Jahr schon nach weniger als einem Jahr der Fall sein kann.

Bild 3 | Gut lesbare Leitungsbeschriftung mit Markierschläuchen
Gut lesbare Leitungsbeschriftung mit Markierschläuchen – Bild: Komax AG

Erfolgreicher Einsatz im Schaltschrankbau

Die Firma BBC Bircher Automation hat die Vorteile der automatisierten Drahtfertigung erkannt. Sie setzt erfolgreich eine Komax Zeta 640 in der Praxis ein. BBC Bircher Automation ist ein Unternehmen mit Sitz in Beringen in der Schweiz und bietet Engineering-Dienstleistungen, Schaltschrankbau und Kabelkonfektion an. Christian Reuber, Senior Projektleiter bei BBC Bircher Automation, fasst die Vorteile wie folgt zusammen: „BBC Bircher und Komax wollen gemeinsam den Automatisierungsgrad im Schaltschrankbau erhöhen. Die auf dem digitalen Zwilling basierende Fertigung reduziert die Durchlaufzeit und Kosten. Die Maschine Zeta 640 schafft das fehlerfreie Ablängen, Abisolieren, Bestücken und Beschriften beider Kabelenden in wenigen Sekunden. Uns war es wichtig, dass wir durch das neue Komax Schlauchbedruckungs-Modul M1650 Tube einen weiteren manuellen Prozessschritt automatisieren und somit eine Prozesslücke eliminieren konnten. Außerdem können wir das Personal, das die Litzen früher manuell bearbeitet hat, heute wertschöpfender einsetzen. Sie konzentrieren sich jetzt voll auf die effiziente Verdrahtung.“

Das Modul Komax M1650 Tube bedruckt und platziert Markierschläuche in knapp zwei Sekunden. – Bild: Komax AG

Automatisierung steigert Wettbewerbsfähigkeit

Mit dem Schlauchmarkierungsmodul M1650 Tube schließt Komax eine Lücke bei der automatisierten Drahtkonfektionierung für Schaltschränke. Die Lösung verbindet hohe Effizienz mit dem Kundenanspruch nach gut lesbaren Beschriftung. Sowohl die Schlauchmarkierung selbst als auch die Gesamtlösung zur automatisierten Drahtkonfektionierung erreichen bei ausreichender Auslastung (ab ca. 150.000 Drähten im Jahr) meist Amortisationszeiten unter einem Jahr. Dies bedeutet eine deutliche Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit durch Kostenoptimierung und verkürzte Durchlaufzeiten. Komax ist Mitglied der Smart Cabinet Building Initiative (www.smart-cabinet-building.com), zusammen mit den Partnern Weidmüller, Zuken und Armbruster Engineering. Die Initiative verbindet Technologien und Expertise, um ganzheitliche Lösungen zur Automatisierung von Prozessen im Schaltschrankbau anzubieten, und ihnen zu helfen, Wettbewerbsvorteile zu entwickeln.

www.komaxgroup.com

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