Herzstück des Gebäudes

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Bild: F-Tronic GmbH

Welche Anforderungen stellen Gebäude heute an Zählerschränke?

Sebastian Peter: Der Zählerschrank ist heute weit mehr als nur der Platz, an dem der Strom vom Energieversorger gezählt wird. Durch Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und andere große Verbraucher ist er zu einem zentralen Steuerungspunkt für den Energiefluss im Gebäude geworden. Er verarbeitet Strom aus Eigenerzeugung, speichert ihn gegebenenfalls in Batteriespeichern und steuert, wie und wann er genutzt wird. Das führt zu einem deutlich größeren Platzbedarf als früher. Während ein Standardschrank früher meist zwei Felder hatte, sind es heute häufig drei, vier oder fünf Felder, um alle notwendigen Komponenten unterzubringen.

Welche Bedeutung spielt dabei speziell der Sanierungsbereich?

Sanierungen sind derzeit ein besonders wichtiger Markt. Der Neubau schwächelt und Förderprogramme setzen Anreize für Modernisierungsmaßnahmen. Bei älteren Gebäuden muss bei der Sanierung jedoch oft z.B. nicht nur die Statik des Daches für eine PV Anlage geprüft werden, sondern auch die Elektroinstallation. Häufig entspricht der alte Zählerschrank hier nicht mehr den aktuellen Normen und Anforderungen. In solchen Fällen bedarf es neuen Zählerschränken oder Erweiterungslösungen, die neben den bestehenden Schrank gesetzt werden können. Die Verteilung verbleibt im alten Schrank, während ein neues Zähler- und Verteilerfeld ergänzt wird. Auf diese Weise lässt sich die Anlage normgerecht erweitern, ohne dass das gesamte System neu aufgebaut werden muss.

Die Modularität spielt bei modernen Lösungen also eine tragende Rolle?

In der Sanierung spielt Modularität eine zentrale Rolle. Grundsätzlich lassen sich natürlich alle Zählerschränke erweitern. Es hängt aber auch stark vom Alter und vom verfügbaren Zubehör ab. Änderungen an den Regulierungen, wie etwa die Umstellung von einer Bauhöhe von 950 auf 1.100mm, führen oft dazu, dass Erweiterungen nicht kompatibel sind. Hinzu kommt, dass ältere Schränke häufig an ungünstigen Stellen eingebaut wurden, die für heutige Anforderungen nicht mehr zulässig sind oder einfach zu wenig Platz bieten. In solchen Fällen muss mit komplett neuen Schränken oder speziellen Erweiterungen gearbeitet werden, die individuell geplant werden, wie es unsere Projektteams realisieren.

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