
Kriege, unterbrochene Lieferketten, Zölle: Die globalen Märkte waren zu Jahresbeginn geprägt von Unsicherheiten und ausbleibenden Investitionen. Dies hat Löcher in die Exportbilanz des Maschinen- und Anlagenbaus gerissen. Im ersten Quartal 2026 wurden aus Deutschland Waren im Wert von 48,9Mrd.€ exportiert – ein Rückgang um 2,0% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Preisbereinigt ergab sich ein Minus von 3,5%. Während die Ausfuhren im Januar und Februar noch ein Minus von 6,6% bzw. 1,5% zum Vorjahr verzeichneten, gelang im März ein kleines Plus von 1,2%.
Der größte Einzelmarkt waren auch im ersten Quartal die USA mit einem Exportanteil von 12,7% an den Gesamtmaschinenausfuhren. Allerdings sanken die Ausfuhren dorthin um 6,7%. Die Exporte in die USA dürften in den nächsten Monaten aufgrund der aktuellen Zollentwicklungen und den deutlich spürbaren Auswirkungen auf den Maschinen- und Anlagenbau weiterhin unter Druck bleiben, prognostiziert das Team der VDMA Volkswirtschaft und Statistik.
Der zweitwichtigste Exportmarkt China entwickelte sich abermals enttäuschend. Besonders starker lokaler Konkurrenzdruck und unfaire Wettbewerbsbedingungen vor Ort belasten die Nachfrage nach europäischen Investitionsgütern – und das schon seit Jahren. Zwischen Januar und März gingen die Maschinenexporte aus Deutschland nach China zweistellig um 12,0% zurück. Zwar verblieb China mit einem Exportanteil von 7,2% immer noch auf Platz 2 in der Rangfolge der wichtigsten Ausfuhrländer. Es ist aber absehbar, dass die Volksrepublik diese Position zeitnah an Frankreich (7,0% Exportanteil) verlieren wird.
Die Ausfuhren nach Europa haben sich mit einem kleinen Plus von 1,6% zuletzt leicht positiv entwickelt. Auch in die EU-Länder, mit 46,2% Exportanteil die wichtigste Absatzregion, haben sich die Maschinenexporte im Vorjahresvergleich mit einem Plus von 1,2% gut entwickelt. Diese erfreuliche Entwicklung hatte sich bereits in den positiven Auftragseingängen aus den Euroländern im Jahr 2025 angedeutet. Frankreich, die Niederlande (Exportanteil 4,9%) und Italien (Exportanteil 4,9%) liegen auf Platz 3, 4 und 5 im Exportranking der wichtigsten Ausfuhrländer. Während die Ausfuhren nach Frankreich im ersten Quartal um 5,6% zulegen konnten, standen für die Niederlande ein Plus von 0,3% und für Italien ein Minus von 0,2% in den Büchern. Die beiden letztgenannten Länder zeigten jedoch im März eine positive Entwicklung (Niederlande: +4,0%, Italien: plus 6,0%).
In den Schwellenländern zeigten sich Licht und Schatten. Die Ausfuhren in die Mercosur-Staaten sind erwartungsgemäß im ersten Quartal um 13,6% gesunken. Viele Unternehmen rechneten dort mit schrittweise sinkenden Handelshemmnissen und verschoben Investitionen bzw. Lieferungen entsprechend. Auch die Exporte in den Nahen und Mittleren Osten gingen um 10,0% zurück, wobei das Minus im März aufgrund des Kriegs wenig überraschend mit 17,9% besonders groß ausfiel. Die Ausfuhren in die an Bedeutung gewinnende Asean-Region waren mit einem kleinen Minus von 0,2% leicht rückläufig. Indien war mit einem Exportwachstum von 8,5% ebenfalls ein Lichtblick (März: +16,7%).
















