ZVEI-Show-Case PCF@Control Cabinet auf der Hannover Messe
Es funktioniert!
Normalerweise sind Messestände von Verbänden eher selten dafür bekannt, dass sie sich aufgrund ihrer spektakulären Exponate zu Publikumsmagneten entwickeln. Ganz anders beim ZVEI-Stand in Halle 11 auf der diesjährigen Hannover Messe. Neben dem Demonstrator Antrieb 4.0 war es vor allem der Show-Case PCF@Control Cabinet, der eine Vielzahl an Besuchern anzog. Neben Michael Kellner, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, sowie BDI-Präsident Siegfried Russwurm, war auch Wolfgang Kräußlich, Chefredakteur beim SPS-MAGAZIN, vor Ort und ließ sich die Funktionsweise des Exponats erläutern. Dies hielt er in einem Video fest.
Bild: TeDo Verlag GmbH
tedo.link/oAeVp6
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Die Ausgangslage sowie die theoretischen Grundlagen zum ZVEI-Show-Case waren bereits Thema der redaktionellen Berichterstattung im SCHALTSCHRANKBAU Ausgabe 1/2022 sowie im SPS-MAGAZIN Heft 2/2022. Anhand eines Schaltschranks stellte der ZVEI auf der Hannover Messe nun sein flexibles, effizientes und zukunftssicheres Konzept zur technischen Umsetzung eines Digitalen Produktpasses (DPP) der Öffentlichkeit vor und zeigte dessen Machbarkeit anhand eines Demonstrators. Mit diesem DPP4.0-Konzept ist die Industrie in der Lage, geforderte Produktinformationen zu dokumentieren und zur Verfügung zu stellen. Das Konzept basiert auf zwei wesentlichen Säulen, die im Rahmen der Industrie-4.0-Initiative entwickelt wurden: dem Digitalen Typenschild (Digital Nameplate, DNP4.0) via IEC61406 (Identification Link, in Bearbeitung) und der Verwaltungsschale (Asset Administration Shell, AAS) gemäß IEC63278 (in Bearbeitung). Der Grundgedanke von Industrie 4.0 ist die Verknüpfung der OT- und IT-Ebene (Operational Technology und Information Technology). Jedes Asset der OT-Ebene (Hardware und Software) wird dabei durch die Verbindung mit der AAS zu einer I4.0-Komponente, wodurch eine allgemeine Interoperabilität zwischen allen I4.0-Komponenten geschaffen und die I4.0-Komponente mit der IOT-Welt in einer Plug&Play-Art verbunden wird. Die AAS stellt dabei ein Rahmenformat zur Beschreibung der Assets in einer standardisierten und semantisch eindeutigen Form dar und fungiert dadurch als digitaler Zwilling des Assets. Die beschriebenen Merkmale und Eigenschaften des jeweiligen Assets sind in der AAS in Teilmodellen zusammengefasst. In dem auf der Hannover Messe 2022 gezeigten Demonstrator konnten die Besucher beobachten, wie der CO2-Fußabdruck (Product Carbon Footprint, PCF) eines Schaltschranks, der aus vielen verschiedenen Produkten der beteiligten Unternehmen besteht, automatisiert berechnet wird. Der Besucher erfuhr, wie die Teilmodelle für das Digitale Typenschild und das Teilmodell für den PCF-Wert der einzelnen Komponenten realisiert sind und wie die PCF-Berechnung des Gesamtsystems „Schaltschrank“ umgesetzt wurde. Und siehe da: Es funktioniert! Prof. Dr. Dieter Wegener, Sprecher des ZVEI-Führungskreises Industrie 4.0, gab SPS-MAGAZIN-Chefredakteur Wolfgang Kräußlich dabei einen ausführlichen Einblick in die Funktionsweise des Demonstrators. Dieser ließ es sich nicht nehmen, die Erläuterungen in einem Video festzuhalten. Dabei handelte es sich bei dem Demonstrator auf der Hannover Messe 2022 um eine erste Version, bei der noch nicht alle Konzepte in der möglichen Tiefe umgesetzt waren. Einige Fragen blieben noch offen, werden aber in den nächsten Schritten beantwortet werden. Insbesondere sind die angegebenen Werte der Product Carbon Footprints lediglich als Beispiele für den technischen Nachweis des Konzepts und gegebenenfalls als grobe Schätzungen anzusehen – es besteht kein Anspruch auf Genauigkeit bzw. Richtigkeit. Fortsetzung folgt auf der diesjährigen SPS in Nürnberg sowie auf der Hannover Messe 2023.

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