Engineering-Plattform für die Schaltschrank-Fertigung

Engineering-Plattform für die Schaltschrank-Fertigung

Durchgängige Informationen vom Schaltbild bis zur Montage – wann lohnt sich dabei 3D-Engineering?

Der Schaltschrankbau ist mit den Jahren immer komplexer geworden, genau wie die Maschinen, die von den Schaltschränken versorgt und gesteuert werden. Und das Ende dieser Entwicklung ist – auch mit Blick auf den Trend Industrie 4.0 – nicht in Sicht. Mit Werkzeugen für softwaregestützte Schrankplanung können Monteure in der Fertigung die Gestaltung und Bestückung der Schränke im Vergleich zu früher meist deutlich schneller und mit weniger Fehlern erledigen. Obwohl sich die dafür am Markt erhältlichen Systeme in ihrem Funktionsumfang ähneln, gibt es noch immer teils deutliche Unterschiede.

 3D-Aufbau einer Gleichstromversorgung (Bild: Benning)

3D-Aufbau einer Gleichstromversorgung (Bild: Benning)

Geeignete Planungssysteme für den Schaltschrankbau bieten vor allem Funktionen zum Stromlauf. Das umfasst Aufbaupläne der Schränke mit Fertigungsinformationen etwa für Bohrautomaten, Kabelkonfektionierungs- und Etikettendruck-Maschinen, sowie häufig bereits automatische Kollisionsprüfungen, Längenberechnungen und Routing. Zudem bieten einige Lösungen mittlerweile die Möglichkeit der Schaltschrank-Visualisierung in 3D. Die Computer Aided Engineering-Systeme, die dazu in der Lage sind, verfolgen zum Teil sehr unterschiedliche Ansätze. Aucotec, Entwickler der datenbankbasierten Konstruktionsplattform Engineering Base, setzt bei seiner Lösung auf Konnektivität.

 Schaltschrankdarstellung mit 3D-Daten einer unterbrechungsfreien Stromversorgung (Bild: Benning)

Schaltschrankdarstellung mit 3D-Daten einer unterbrechungsfreien Stromversorgung (Bild: Benning)

Mit Durchgängigkeit Mehrfacheingaben vorbeugen

Innerhalb der Anwendung können der Schaltschrankbau mit dem Maschinen- und Anlagenbau, der Prozesstechnik, der Verkabelung innerhalb der Maschine und der Erstellung der Leitsystemsoftware ebenso verknüpft werden wie Fluid- und Pneumatikkonstruktion. Um Mechanik-Zeichnungen in ein 3D-Modell zu überführen, lassen sich Daten von gängigen 3D-Systemen bidirektional mit der Software austauschen. Auf diese Weise können Daten von Konstrukteuren verschiedener Disziplinen in der Software weiterentwickelt werden. Das kann die Zahl der Fehler und den Absprache-Aufwand durch Konvertierung oder wiederholte Eingaben im Engineeringprozess deutlich reduzieren. Außerdem kann die Anwendung bei Bedarf das Schrank-Layout darstellen, ohne dass die Geräte im Stromlaufplan zuvor definiert wurden.

 

Umverdrahtungen sind weiterhin möglich

Das Engineering beginnt in der Praxis meist mit dem Stromlaufplan, auch Schaltbild genannt. Darin werden die benötigten Betriebsmittel definiert. Daraufhin erfolgt im Aufbauplan die Platzierung dieser Betriebsmittel im Schrank. Dabei berechnet die Engineering-Lösung für Potenzialketten, also den Anschluss mehrerer Geräte an ein gemeinsames Potenzial, automatisch die ressourcenschonendste Verdrahtung. Das ist möglich, weil die Software gesetzte Verbindungspunkte im Stromlaufplan frei interpretieren kann. Hinter den Punkten steckt keine Richtungsvorgabe, sodass der Anwender nicht schon beim Stromlaufplan den Aufbau des Schranks im Kopf haben muss und zudem spätere Umverdrahtungen jederzeit möglich sind.

Seiten: 1 2Auf einer Seite lesen

www.aucotec.com

Das könnte Sie auch Interessieren

Advertisement

Anzeige

Bild: Eplan GmbH & Co. KG
Bild: Eplan GmbH & Co. KG
Digitaler Zwilling zum Anfassen

Digitaler Zwilling zum Anfassen

Das neue Augmented-Reality(AR)-Add-on für die Cloud-Software Eplan eView Free erlaubt in Kombination mit der kostenlosen Vuforia-View-App von PTC die freie Platzierung von komplett aufgebauten Schaltschränken im virtuellen Raum. Und das ist aus Sicht von Eplan nur ein erster Schritt bei der umfassenden Nutzung des digitalen Zwillings im Schaltschrankbau.

Bild: Schneider Electric GmbH
Bild: Schneider Electric GmbH
Den Prozess im Blick

Den Prozess im Blick

Handschriftliche, zeitintensive und teils fehlerbehaftete Datenerhebungen, unzählige redundante Excel-Tabellen oder eine Vielzahl aneinandergereihter, manueller Arbeitsschritte – das sind nur einige Beispiele, die im konventionellen Schaltanlagenbau zur Tagesordnung gehören. Noch! Denn wie in fast allen Bereichen des privaten und beruflichen Lebens, schreitet die Digitalisierung auch im Fertigungsprozess von Schaltanlagen voran. Schaltanlagenbau wird digitaler – und das aus gutem Grund.

Bild: Block Transformatoren-Elektronik GmbH
Bild: Block Transformatoren-Elektronik GmbH
Einheitlich hohe Qualität bei 
gesteigerter Informationstiefe

Einheitlich hohe Qualität bei gesteigerter Informationstiefe

Die Notwendigkeit von Daten in hoher Qualität nimmt im Bereich der industriellen Planung im Maschinen-, Anlagen- und Schaltschrankbau rasant zu. Speziell im Bereich des Schaltschrankbaus ist ein Nachfragezuwachs nach umfangreichen und hochwertigen Daten deutlich spürbar. Auf diesen Impuls hin kam die Umstellung auf den neuen Eplan Data Standard für Block Transformatoren-Elektronik zum richtigen Zeitpunkt. Denn damit zu arbeiten, ermöglicht die Kommunikation über alle Engineering-Disziplinen und stellt durchgängige Daten entlang der gesamten
Wertschöpfungskette sicher.

Anzeige

Anzeige

Anzeige