Wie gelingt es Ihnen, den aktuell besonders virulenten Herausforderungen wie Bürokratisierung, Fachkräftemangel, Lieferengpässe, aber auch dem Hin und Her bei den Zöllen zu begegnen?
Rehnig: Natürlich spüren wir auch die aktuellen Herausforderungen. Fangen wir einmal bei der Bürokratie an: Hier wünschen wir uns definitiv einen Abbau. Stattdessen nimmt der Aufbau stetig zu, und die unklare Richtung der Politik macht Investitionsentscheidungen für uns nicht leichter. Wir hoffen definitiv, dass die angekündigten Entlastungen auch in der Realität ankommen. Bei uns im Unternehmen sind sie jedenfalls noch nicht angekommen. Unsere hohe Fertigungstiefe macht uns unabhängig, wir sind nicht von einzelnen Großkunden abhängig, und wir können aufgrund unserer dezentralen Produktionsstrategie flexibel reagieren. Besonders wichtig ist auch unser Local-for-Local-Prinzip: Wir produzieren nah am Kunden und bleiben dadurch immer handlungsfähig, selbst wenn Rahmenbedingungen, wie zuletzt bei den US-Zöllen, wechseln.
Sie sind mit Ihrer Verschlusstechnik nicht nur im vorhin bereits erwähnten Schalt- und Steuerungsanlagenbau, sondern auch in weiteren Branchen tätig. Welches sind da die Hauptbranchen?
Rehnig: Neben dem Schalt- und Steuerungsanlagenbau sind wir im Serverschrankbau, im Maschinenbau, in der Telekommunikationsbranche, im Schienenverkehr, in der Klimatechnik und in der Nutzfahrzeug- und Caravanbranche unterwegs.
Eine solche Diversifizierung der Branchen erfordert auch eine Diversifizierung der Expertise. Wie gelingt es Ihrem Team, das notwendige Knowhow anzusammeln, um die sicherlich sehr unterschiedlichen Bedürfnisse bedienen zu können?
Rehnig: Wir haben Experten für die unterschiedlichen Branchen in unseren Fachabteilungen, hauptsächlich im Produktmanagement und in der Konstruktion bzw. Entwicklung. Das hat sich natürlich in den letzten drei, vier Jahren durch Branchen, die hinzugekommen sind, extrem erweitert. Dort sitzen die spezialisierten Fachleute, die gemeinsam mit dem Außendienst oder Vertrieb unsere Kunden in der jeweiligen Branche besuchen und natürlich auch auf Messen unterwegs sind – Caravan Salon in Düsseldorf, Innotrans in Berlin, Blechexpo in Stuttgart. Mir ist wichtig, dass die Entwickler und Konstrukteure und die technischen Ansprechpartner bei uns draußen im Einsatz sind und die Anforderungen unserer Kunden sehen. Auf diesem Weg entstehen Sonderlösungen für einzelne Branchen, wie z.B. ein Klimafenster, das nicht beschlägt, oder ein Dreh-/Spannverschluss für die Bahn mit gut sichtbarem Öffnungsindikator. Solche Sonderlösungen können dann auch von Kunden aus anderen Branchen eingesetzt werden.

















