Werfen wir einen genaueren Blick auf den Steuerungs- und Schaltanlagenbau: Aus welchen Komponenten setzt sich eigentlich ein Schaltschrank-Verschluss zusammen?

Rehnig: Ein Verschlusssystem besteht meist aus drei Komponenten: dem Verschluss, dem Scharnier und der Dichtung. Bei großen Schaltschränken hat man auf der Verschlussseite meist mehrere Verschlusspunkte, um den Schrank sicher und komfortabel verschließen zu können. Liegt der Verschluss außerhalb der Türdichtung, kommen Flachstangen und Stangenführung auf dem Rahmen zum Einsatz, ansonsten Flach- oder Rundstangen, die innerhalb des Schrankes laufen. Da bieten wir unseren Kunden heutzutage auch Kunststoffstangen. Diese haben, je nach Material, eine Festigkeit von 85 bis 90 Prozent und sind deutlich attraktiver vom Preis. Wir bieten auch Systeme mit Eckumlenkung an, die dann einen Verschluss mit fünf oder sogar mit sieben Verschlusspunkten auch an den kurzen Türseiten möglich machen. Damit wird ein Schaltschrank besonders im Outdoor-Einsatz sicher.

Welche speziellen Anforderungen müssen Sie mit Blick auf diese Zielgruppe erfüllen?

Rehnig: Die Anforderungen der Schaltschrankbauer sind komplex. Auch richten sich diese stark danach, wo die Schränke später eingesetzt werden. Kriterien hierbei sind z.B. Indoor- oder Outdoor-Einsatz, eventueller Schutz der Schränke vor Schmutz oder Regenwasser, Vermeidung des Zugriffs Dritter wegen sensibler Elektronik, gegebenenfalls Risiko von Sabotage etc. Grundsätzlich sind unsere Verschlusssysteme so ausgelegt, dass ein jahrzehntelanger Betrieb, der auf die jeweiligen Umfeldbedingungen ausgelegt ist, gewährleistet ist. Je nach Anforderungen und Preisvorstellung des Kunden passen wir die bei der Verschlusslösung verwendeten Komponenten entsprechend an, so dass sich der größtmögliche Nutzen für den Kunden daraus ergibt. Dabei spielt uns auch in die Karten, dass wir von Kunststoff, über Zink und Aluminium, bis hin zum Edelstahl alles anbieten können – auch als Hybridlösung, und alles aus eigener Herstellung, was ein Alleinstellungsmerkmal von Emka ist.

Gibt es bestimmte technische Herausforderungen, die Ihnen der Schaltanlagenbau ins Lastenheft geschrieben hat und an denen Sie derzeit arbeiten?

Rehnig: Die technischen Herausforderungen, mit denen wir tagtäglich konfrontiert sind, unterliegen einem stetigen Wandel. Deshalb haben wir in unserer Zentrale ein eigenes Technologiezentrum mit 30 Technikern. Dort werden für unsere Kunden die passenden Lösungen für morgen und übermorgen entwickelt. Aktuell arbeiten wir beispielsweise an einer elektronischen Verschlusslösung für die Telekommunikationsschränke im Outdoor-Einsatz, die sich kinderleicht vom autorisierten Nutzer per App öffnen lässt. Dafür wird kein Strom im Schrank benötigt, und eine mechanische Notöffnung ist jederzeit sichergestellt. Sie sehen: Die Anforderungen werden komplexer, aber wir haben den weltweiten Zugang zu Kundenlösungen meist schon in der Entwicklung oder im Repertoire.

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